Laserstrahlschweißen wird vor allem zum Verschweißen
von Bauteilen eingesetzt, die mit hoher Schweißgeschwindigkeit,
schmaler und schlanker Schweißnahtform und bei geringen thermischen
Verzügen gefügt werden müssen. Das Laserstrahlschweißen
oder Laserschweißen wird in der Regel ohne Zuführung eines
Zusatzwerkstoffes ausgeführt.
Das Laserlicht wird mittels einer Optik fokussiert (Brennglaseffekt).
Die Werkstückoberfläche der Stoßkante, bzw. der Fügestoß der
zu verschweißenden Bauteile befindet sich in der unmittelbaren
Nähe des Fokus der Optik (Im Brennfleck); die Lage des Fokus relativ
zur Werkstückoberfläche (oberhalb oder unterhalb) ist ein
wichtiger Schweißparameter und legt z. B. die Einschweißtiefe
mit fest. Der Brennfleck besitzt typische Durchmesser von einigen Zehntel
Millimetern, wodurch sehr hohe Energiekonzentrationen entstehen, wenn
der eingesetzte Laser die typischen Leistungen von einigen Kilowatt
Laserleistung besitzt. Durch Absorption der Laserlichtenergie erfolgt
auf der Werkstückoberfläche ein extrem schneller Anstieg
der Temperatur über die Schmelztemperatur von Metall hinaus, so
dass sich eine Schmelze bildet.
Bei hohen Strahlintensitäten im Fokus (z. B. bei Stahlwerkstoffen
ca. 4 MW/cm² abhängig u.a. von der Verfahrgeschwindigkeit;
bei einer Geschwindigkeit von 1 m/min reichen unter Umständen
auch etwa 2 MW/cm²) bildet sich in der Schmelze in Strahlrichtung
eine Dampfkapillare (mit Metalldampf bzw. teilionisiertem Metalldampf
gefüllter, schlauchförmiger Hohlraum) in der Tiefe des Werkstückes
aus. Der Werkstoff wird dadurch auch in der Tiefe in extrem kurzen
Zeiten aufgeschmolzen, wenn der auf die Werkstückoberfläche
fokussierte Laserstrahl entlang der Stoßfugen zum Verschweißen
geführt wird.
Durch die konzentrierte Energieeinkopplung vergleichsweise geringer
Energiemengen (im Vergleich zu anderen Schweißverfahren) in das
Werkstück wird der thermisch bedingte Verzug von lasergeschweißten
Bauteilen gering gehalten. Daher wird dieses Schweißverfahren
oftmals zum Fügen von Komponenten zu Fertigbauteilen eingesetzt
(z. B. Gangrad und Synchronring -> Getrieberad).
Eine Laserschweißanlage besteht in der Regel aus dem Laser,
einer CNC-gesteuerten mehrachsigen Bewegungseinheit, einem optischen
System zur Führung des Laserstrahles innerhalb des Bewegungssystemes,
einer Bearbeitungs- und Fokussier-Optik und einer Werkstückaufnahmevorrichtung.
Das Bewegungssystem bewegt entweder den Laserstrahl über das Werkstück
oder das Werkstück unter dem Laserstrahl hindurch. Seltener sind
Bauformen, wo sowohl das Werkstück als auch der Laserstrahl bewegt
werden. Eine relativ neue Entwicklung macht von Scannersystemen zur
Bewegung des gebündelten Laserstrahles über das Werkstück
Gebrauch. Scannersysteme bestehen aus einer Kombination von rotierenden
Facettenspiegeln oder verkippbaren Ablenkspiegeln, die den Laserstrahl über
die einstellbaren Winkel der Spiegel an unterschiedliche Orte reflektieren
können. Der Vorteil liegt hauptsächlich in der sehr hohen
möglichen Geschwindigkeit der Positionierung des Laserstrahles.
Diese Technik setzt voraus, dass der Laser einen Laserstrahl sehr hoher
Strahlqualität bei vergleichsweise hoher Laserleistung liefert
(z.B. Faserlaser, Scheibenlaser, CO2Slab-Laser o.ä.). Diese Art
des Laserschweißens wird dann als Remote-Schweißen bezeichnet.
Häufig verwendete Strahlquellen beim Laserschweißen von
Metallen sind der Nd:YAG-Laser (Wellenlänge ca. 1,06 µm)
und der CO2-Laser (Wellenlänge ca. 10,6 µm). Dabei ist der
Strahl des Nd:YAG-Lasers fasergängig, d.h. er wird über einen
Lichtwellenleiter bzw. Glasfaserkabel in die Laserschweißoptik
geführt, die in der Regel aus einem Linsensatz besteht. Der CO2-Strahl
hingegen wird durch die Luft geführt und über Spiegel an
die Schweißstelle gelenkt und dort entweder mittels Linsen, oder
verbreiteter, mittels Fokussierspiegel fokussiert.
Auch das Schweißen von Thermoplasten ist möglich. Hierzu
benötigt man als Schweißpartner einen lasertransparenten
Thermoplasten und einen laserabsorbierenden Partner. Ein lasertransparenter
Thermoplast kann durch Dotierung mit Additiven (z.B. Rußpartikeln
(ca. 0,3 Gew.-%)) zum absorbierenden Medium werden.